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Die Palimpsestinschriften der I. O. M. Teutanus Altäre.

Abstract

ALTÁRE Auf einem groBen Teil der I' o. M.Teutanus dedizierten 16 groBformatigen Altáre, die aus den Mauern des Schlfíslandes von Bölcske im Donaubett geborgen wurden, sind unter ' den gegenwártig lesbaren Inschriften Buchstaben-und Textfragmente früherer Inschriften klar zu erkennen (Kat.-Nr. 9-16, F). Diese Palimpsestinschriften weisen darauf hin, daB die inschrifttragenden Altáre im zentralen Kultbezirk des 1' o' M. Teutemusunter Beibehaltun_e ihrer ursprünglichen Bestimmungüblichcrweise neu mit Inschriften versehen wurden. (In Pannonien ist diese Inschriften-eruppe die gröBte, inhaltlich zusammenhángende Steindenkmalscrie mit Palimpscstinschriften.) Bei einem Teil der wiederholt verwendeten Altáre kann -auÍgrund der durch die gründliche Eliminierung kaum erkennbaren, zahlenmáBig weni-een Buchstabenfragmentenur die Tatsache der Neubeschriftun-e festgestellt werden (Kat.-Nr.9, 12 tAbb. 1.1, l6 tAbb. 21, F).

LIBELLI ARCHAEOLOGICI SER. NOV. No. II lll ÜI:\,/l: )] I ' ll'K LL: L'J 5t)lt Il s./ \\l BOLCSKE ROMISCHE INSCHRIFTEN UND FUNDE HERAUSGEGEB]]N VON ÁnÁu SZABÓ "",j ENDRE TóTH UNGARISCHES NATIONALMUSEUM BUDAPEST 2003 RÖ} í Is CHE BÖI-Cs KE HRIlr'f EN LTND FtjNDE In{ S C ZSOLT MRAV DIE PALIMPSESTINSCHRIFTEN DER I. O. M. TEUTANAS GEWEIHTEN ALTÁRE Auf einem groBen Teil der I' o. M.Teutanus dedizierten 16 groBformatigen Altáre, die aus den Mauern des Schlfí slandes von Bölcske im Donaubett geborgen wurden, sind unter ' den gegenwártig lesbaren Inschriften Buchstaben- und Textfragmente früherer Inschriften klar zu erkennen (Kat.-Nr. 9-16, F). Diese Palimpsestinschriften weisen darauf hin, daB die inschrifttragenden Altáre im zentralen Kultbezirk des 1' o' M. Teutemus - unter Beibehaltun_e ihrer ursprünglichen Bestimmung - üblichcrweise neu mit Inschriften versehen wurden. (In Pannonien ist diese Inschriften-eruppe die gröBte, inhaltlich zusammenhángende Steindenkmalscrie mit Palimpscstinschriften.) Bei einem Teil der wiederholt verwendeten Altáre kann - auÍ grund der durch die gründliche Eliminierung kaum erkennbaren, zahlenmáBig weni-een Buchstabenfragmente nur - die Tatsache der Neubeschriftun-e festgestellt werden (Kat.-Nr.9, 12 tAbb. 1.1, l6 tAbb. 21, F). Günstigerenfalls ist der Text der früheren Inschriften in Details (Kat.-Nr' ll' l3' l5) und in zwei Fállen Sogar vollstándig rekonstruiert worden (Kat'-Nr. l0, l4). Die auswerbaren Palimpsestinschriften sind folgende: Kat. Nr. 10 Die PalimpsestinschriÍ i des von Flavius Aper v. p. a. v.p. für das sallrs und die incoluruilí 7'r des Aurelianus errichteten I. O. M. Teutanus-Altars (Abb. 3,4a-b): [I(oui) "J O(ptimo) " M(aximo) Teutano [pro, saluteJ 5. [Imperatoris] [CaesarisJ [L(ucii), Seprimi(i)J [Seueri. PiiJ [Pertinacis] 4 ug@sti) [, T(iberius) 10. . ClaJud(ius) Claudi[anuJs /eg(atus) [.] 4ug@sti) [.] p[r(o)"] p1(aetore) 251 LIBELLI ARCHAEOLOCICI SnR. 1\iOY. No. II Von der früheren 1lzeiligen Inschrift sind nur in den ersten beiden und den letzten drei Zeilen Buchstabenfragmente erhalten geblieben (Bh: 5 cm). Wahrscheinlich wurde die Dedikation der früheren Inschrift unverándert belassen odcr an identischer Stelle mit denselben Buchstabenformen neu eingemeiBelt' Das zeigt sich daran, daB áhnlich wie bei den vom Ende des 2. bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts entstandencn I. o. M. Teutanus_Altáren sich die Buchstaben der Dedikation Teutano in der l . Zeile dcs Inschriftfeldes in der Mitte -uleichmáBig angeordnct finden (s. z. B. Kat.Nr. 1_3). Auf den mit der zweiten Inschrift zeitgleichen (Aurelianszeit oder spátcr) Altáren mit dichtem Schriftbild steht allcrdings unmittelbar nach den am Zeilenanfang dicht aufeinanderfolgenden kleinformatigen Buchstabcn des Wortes Teutano noch in derselben Zeile der Ausdruck pro salute adque incoluntiÍ ate (Kat'-Nr. 1 1 , 13- l4) oder' eine noch andere Götter invozierende Dedikation (Kat.-Nr. 15-l6). (In einigen Fállen findet siclr die Dedikation und der Anfang der genannten Wortwendung auf dem Altar-eesims: s. Kat.-Nr. F.) Die groBformatigen. ein Quadrat ausfüllenden Buchstaben N und M und das runde o sind zudem sámtlich für die Buchstabcnführung der früheren Inschriften typisch. (Besonders aufÍ 'állig wird dies, wenn man die Buchstabentypen dcr Dedikation mit den Buchstabenformen der zweiten Inschrift vergleicht.) Die frühere InschriÍ t entlrielt in der letzten Zeile LEG [o] AVG [------] P[---] sicher den Titel < ler Statthalter leg(atus) Aug(ttsti) pr(o) pr(aetore) (s. weiter untcn), so daB auch der erste Dedikant des Altars nur ein Statthalter gewesen sein wird. (Eine inter'essante Übereinstimmung ist' daB die InschriÍ t Flavius Apet a' u' p. gerade auf dern Altar eines fi'üheren Statthalters eingerneiBelt wurde' Bisher nennen nur dicse beiden auf denselben Altar geschriebenen Inschril'ten dem 1. O. M. Teutartus opfernde Statthalter.) Dieser Statthalter ist - aufgrund des Namensfragments CLAVDI[-]N[-]S und des in der Zeile vorhandenen Platzes - eindeutig als Tib. Claudius Claudianus zu identifizieren. (In der neunten Zeile gehört deshalb der Buchstabe V und eine scnkrechte Hasta nach ihm zvm nonrcn des Statthalters ICla]ud(llls). Davor paBt nur ein einziger Buchstabe, so daR dort die zu T' verkürzte Variante des praenonlerl Tiber'ius er-9ánzt werden muB. Das stcllt kein Problem dar, da die seltenere T. des praenonrcn auf mehreren pannonisclren Inschriften vorkommt, auf denen T. Claudius Claudianus erwáhnt wird.l) Tib' Claudius Claudianus war zwischen l97 und l99 n. Chr. Statthalter von Pannonia infcrior,2 so daB auch die Altaraufstellung in diese Zeit zu legen ist. Die Zett rler Altardedizierung wird genaucr durch den Buchstaben G in der neunten ZeiIe der Inschrift bc_erenzt, der nur als G der in die Zeile einzusetzenden Abkürzung Aug(usti) interpretiert werden kann. Demnach wurden vor dem Stattlralternamen die - auf den gefundenen I. o. M. TeuÍ anusAltáren gesetzmáBi_e erscheinende _ Wortwendung p,'o salute und der zugehörige Kaisel'name Abkürzung eingemeiBelt. Aus dem Singular des Wortes Aug(usti) fblgt, daB auf der Inschrift auch der im Herbst 191 n. Chr. zum Mitherrscher erhobene3 Caracalla als Augusttts noch nicht genannt wurde (nicht einmal a\s Caesar). Zur Aufstellung des Altars kann es folglich nur vor dem Herbst 197 gekommen sein. Seinen Statthaltertitel trug Tib. Claudius Claudianus damals noch in der Form leg(atus) l Beispielsweise auf mehreren Meilensteinen: AE 1982, 8l Bauinschrift eines Heiligtums: RIU l490 (Szé kesfehé rvár) 1FÍ Tz 1994' 513, Nr.300 3 RustN | 915' 43Í -437; KIENAST 1996, 162 252 l (Rácalmás); VÁcÓ 19_59, 73 (Kom. Tolna) und auf der Z So LT 14 R ÁV : D I I] P AL I N.{ P s 11 S T IN S C H RI } rTrjN Aug(usti) pr(o) pr(aetore),4 was sich aus der letzten Zetle mit ihren dichter nebeneinanderstehenden Buchstaben erschlieBen láBt' In die für den Kaisernamen Zur Verfügung stehenden fünf Zeilen ist der Name L. Septimius Severus in der wahrscheinlichsten Form [Imperatoris / Caesaris / L(ucit) . Septimi(i) / Seueil " Pii / PertinacisJ /yg(usti) einzusetzen. Der Text für Consuldatierung und Altaraufstellung oder die für I' o. M. Teutanus-Altáre von Privatpersonen typischen sakralen Formeln (z.B. v. s. L' nt. s. Kat.-Nr. 3) fehlen sowohl im Text der den früheren als auch den spáteren Statthalter nennenden Inschrift. Das Schriftbild dcs ergánzten Textes entspriclrt in allern der Struktur und dem AuÍ trau der Inschriften der ans Ende des 2. und an den Anfang des 3. Jahrhunderts datierten I. O. M. TeutanusAltáre (Kat.-Nr. 1_6)' für die gröBcre und weiter auseinanderstehende Buchstaben, in gut konstruierten Zeilen an-geordneter Text, Verrne idun-u von Trennungen, kleiner Zcilenabstand und die Dedikation in der Mitte der ersten Zeile des Inschriftfeldes typisch sind. Kat.-Nr. 1l Palirnpsestinschrift rJes2] l n. Chr. für das Heil des Aurelianus errichteten I. o. M. Teutanus-Altats-. Irn Inschriftfeld sind nrehrere unidentifizierbare kleinere und _sröBere Buchstabenfragmente Zu erkennen, die nicht in die Zeilen einer einzigen InschriÍ i einzuordnen sind, weshalb wahrscheinlich mit zwei Palimpsestinschriften zu rechnen ist: mit einer früheren aus gröBeren und einer spáteren aus kleineren Buchstaben. In der letzten Zeile kann nur die Consuldatierun-e aus kleineren Buchstaben der zweiten Inschrift gedeutet werden. (Abb. 5) b. $ I ISIt-l| t-lIQ () pq(n)s@tibus) Kat.-Nr. 13 Palimpsestinschrift des am 11. Juni 284 n. Chr. für das Heil von Carinus und Numerianus aufgestellten I. O. M. Teutanus-Altars (Abb. 6,7a-b): I(ovi), O(ptimo) ["] M(aximo) [" TeJqtar]p $4!ut9 lqt [p(era tori s ) . J Ca [esari Pra. fM(arci ) A ]u rG Ii i ?) L t-------------l r t-l t--------l I t---- I v t- l & ' - s ?J l (CIL III 3'145), Sirmium (CIL l06l6 = 86, Nr.93), Intercisa (ERDÉ LYI_FÜLEP l954, Nr. 32l), Rácalmás (AÉ l96g_lg't0' 528 = AÉ l982. 8l l)' Kom. Tolna (VÁcÓ 1959' 73) und Aquincum (KUzsINszKY 1934' | 92, Nr' 500). So fungí ert er auf ins Jahr l98 zu datierenden Meilensteinen von Pilisvörösvár MIRKoVIÓ l97l, 253 LIl]i]i.LI ARCHAEol-oGí CI SER' Nov. No. II Die Dedikation 1. o. M. [Te]utclno det ersten Inschrift füllte die damali_ee oberste Zeile des Inschriftfeldes in voller Lánge. Diese Lösung ist für die frühesten bekannten I. o. M. Teutanus_ Altáre typisch (s. Kat._Nr. 1-6). (Die erste Zel'le mjt den Sigla I. o. M. der 284 n. Chr. darauf geschriebenen Inschrift stand auf dem vor dem Sekundáreinbau des Altars abgesohlagen Abacus, und die zweite Zeile mit dem Text Teutano pro salute an der Stelle der bei der Tilgung der lrüheren Inschrift abgeschlagenen untersten Leiste des Gesimses. Deshalb ist die erste Zeile der früheren InschriÍ t auf der Linie der zweiten Ze11,e der spáteren Inschrift zu lesen.) Die Zeilen der spáteren Inschrift folgen im oberen Drittel des Inschriftfeldes genau der Zeileneinteilung der früheren Inschrift. Jedoch ist das Schriftbild der Í i'üheren Inschrift nicht so gerdángt, die Buchstaben folgen einander in weitcrem Abstand. Nach dcr Formel pro salLtte und dem Kaisernamen wurde - entsprechend den Texten der I' o. M.Teutanus dedizierten Altáre und dem zur Verfügun-e stehenden Platz * sicher auch die Textwendung et incoluntitate civitaris Eraviscorunt eingetragen. (Ihre Buchstabenfragmente sind we_gen dcr gründlichen E'liminierung nicht mehr identifizierbar.) Der Altar folgt aufgrund des Textschemas I. O. M. Teutano pro salute Inrperatoris et incoltrntitrtte civitatis Eraviscorunt der Text-sebung der Altáre aus der 1. HálÍ te des 3. Jahrhunderts. Dazu paBt gut die Datierung dcs inschriftttragenden Altarsteins aufgrund dcr steinplastischen Gesichtspunkte auf das Ende des 2. bis zur 1. Hálfte des 3. Jahrhundet'ts's 1In diescr Periodc kommt am wahrscheinlichsten die Severer'zerit als Mo-elichkeit in Frage, da damals die Dedikation I. O. M. Teutano am Anfang des Inschriftfeldes auSgeschrieben wurde. Aufgrund des WortÍ l_agments [---]VR (?) t---] in der vierten Zeile ist vorstellbar, daB der Altar cinen mit IM(arcus) A]ur(elius) 1---/ beginnenden Kaisernamen erwáhnt' In diesem Fall müRte aber statt der háufigen Abkürzung Caes. das viel seltener ausgeschriebene WorÍ Caesarls in der dritten Zeile angenommen werden.ó Kat.-Nr. 14 Palimpsestinschrift des am 1 | . Juni 286 n. Chr. für das Heil Diocletians und Maximians errichteten I. O. M. Teutanus-Altars (Abb. 8,9a-b): I(ovi). Q(ptimo) ["J M(aximo) P(ublius)"Apl(ius)"Y a!Pr$ CUm [,J 5. [s. su[iJ oJryrt[ib(us)J t/(otum). p@lvit). t(ibens) , n(erito) 5 ó S. noch die Studie von J. Beszé des in diesem Band Zut' vollstándigen Ausschreibung des in unterschiedlichen Fállen vorkomme]nden Wortes Crre.rar im Namen der Kaiser s' z. B. die zeitlich nahestehende Bauinschrift des praesidittrn von É rd: RIU l353' vgl.: ALFoLDY 2000 [2002] 49_50, Nr. 4 (Cae.raris), die Statuenbasis von L. Sept. Severus aus Brigetio: RIU 501 (Caesari), den Caracalla-zeitlichen Altar von Piliscsé v: RIU 800 (Caesaris), eine Kalksteintafel von Visegrád: RIU 803 (Caesar) oder eine Statuenbasis fiir Gordianus lll.: RIU 1044 (Caesari). 254 Z S O l.T \,1 RA v : D I E P AI- I N,{ P S E S'f I N S C H R I f.'T' BN Die kurze Inschrift ist durch schön und weit voneinander angeordnete, 4,5-5 cm hohe Buchstaben charakterisiert. (Der Scriptor achtete allerdings nicht darauf, die Wörter zei| engemáB zu verteilen, sondeÍ n trennte sie dort, wo die Zeile vollstándig ausgefüllt war. So kam es zu den unüb| ichen Trennungen V-alens und sr.ri -s.) Die Wörter sind durch kleine dteieckige Interpunktionen voneinander getrennt. Die Dedikation I. O. M. steht symmetrisch in der Mitte der ersten Zeile, deshalb ist der Altar Jupiter und nicht I. o. M. Tetltantls dediziert. Die Familie des Aufstellers erhielt von Hadrian Bürgerrecht' In der Í ünÍ ten Zeile blicb nur einc senkrecl-rte Hasta erhalten, die von ihrer Funktion her nur zum zweiten Buchstaben, zum M, von onmibtts gehört haben kann. Deshalb ist in den Altartext die oft verwcndete Formel cuttt suis ornnibttsl einzusetzen, da die konsequent eingehaltene Wortfolge der ebenfalls in Frage kommenden Wortwendungen cuntfili(i)s suis oder cum liberis suis anders ist. Die Inschrift schlieBt mit der Wortwendung v(otunt) s(olvit) l(ibens) m(erito). die sich auch auf einem 216 n. Chr. ebenfalls von einer Privatperson auf-sestellten I. O. M.Teutanus-Altar findet (Kat.Nr. 3). (Die Formel v. s. I. nt. kommt also nur auf Altáren vor, die auf Privatinitiative zurÍ ick'eingen') Unten ist auf der Inschrifi noch Platz für zwei weitcrc Zeilen, wo die Consuldatierung des Altars stehen konnte. Davon blieben aber keine Spuren erhalten. (Der Inschrifttext ist auch ohne Nennung der Consules des Jahres vollstándig.) Aufgrund der steinpIastischen Gesichtspunkte und des Schriftbildes ist < Jer Altar in die 2. Hálfte des 2. bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts zu datieren. Kat-Nr. l5 Palimpsestinschriften des am l l. Juni 288 n. Chr. für das sallzs Diocletians und Maximians errichteten I. o. M. Teutantls-Altars. (Auf dem Altarstein sind drei Inschriften verschiedener ZeiÍ en zu unterscheiden, a' b und c, von denen c die spáteste ist): a. erste Inschrift (Abb. 10, 11): !(o vi) Q(ptimo) M(aximo) C[onservatoriJ t---------------- t ------ - -fmil(itum)I - 5. - - - l n'i b(un u s)J leg(ionis), II " AdiQa'icis) t----------------l t--------l E t-l I t-l' I t--l L " t--------- J!$ " IAJqg@sti) t---------------t ! t-l Y 10. " p(iae) [.] f(idelis) " 4 YI I I " t-------------l I L-l " ! t-l I t't | [--J. t------l t-------- aram?J o [fecJiÍ (hé dera) M t-----l I L---J, tps. . 7 Vorkomnen der Formel auf pannonischen Altarinschriften: RIU 1082; AE l9':-8, 649 255 I-IBELLI ARCHAEOLOGICI SER. NOV. No. E t-----l Y t"--l "I t5. II { " [-J I " It--------lL!IT. !vt---trt---tot----l t-----------------l t-------"--------l t-----------------l Die Inschrift besteht aus mindestens 19 Zeilen mit durchschnittlich 3 cm hohen Buchstaben. Die jedoch luiftiger angeordnet. Die Wörter sind durch kleine Zeilen sind überfüllt, die Buchstaben sind dreieckige Interpunktionen voneinander getrennt, den AbschluB der Texteinheiten gibt dagegcn eine Hé dera an. Die gut erkennbaren 3,5 cm hohen Buchstabenfragmente der auf Mitte gestellten Dedikation I. O. M. der frühesten Inschrift konnten in der ersten Zeile des lnschriftfeldes identiÍ lziert werden. Der untere Bo-qen des O ist zwischen N und O der Teutano-Dedikation zu sehen. Die beiden senklechten Striche des M blieben beidseitig des V, des zweiten Buchstabens von Iunoni, erhalten. Arn Anfan-u der zweiten Zeile sind nur der obere und untere Bo-een eines C am Wortanfang zu identifizieren. Jupiter fungiert auf der frühesten Inschrift dieses Altars also nicht als Teutanus, sondet'n mit dem die Zelle in ganzer Lánge _9enau ausfüllenden Beinamen Conservator. (Diesen Beinamen führt auch I. O. M. Teutanus, aber immer nach dem Beinamen Teutanus'. Kat.-Nr. 5, D.) Die der Dedikation folgenden beiden Zeilen werden den Namen des Dedikanten enthalten haben. (Aus Platzmangel wurden weder pro salute Intpet'atoris noch civitatis Eraviscorurlr in den Text auf-genommen.) Leider konnte von dem Namen des Dedikanten kein einziges Buchstabenfragment identifiziert werden. Das Amt der unbekannten Person zur Zeit der Aufstellung láBt sich aber höchstwahrscheinlich rekonstruieren. Denn in der Mitte der fünften Zeile ist leg(io) II Adiu(trix) deutlich zu lesen. Die Person des Aufstellers ist also innerhalb des Heeles zu suchen. Der weitere Teil wird den cursus ltonorttnt der unbekannten Person enthalten haben. Der Cursus endet in der zwölften Zeile mit dem auf óie Altataufstellung (eventuell die auf dem Altar stehende Bauinschrift sakralen Inhalts?) hinweisenden o [fec]it. Die Hé dera am Zeilenende zeigt zugleich den AbschluB einer Texteinheit an' Die Aussage des zweiten Teils der Inschrift ist nicht zu rekonstruieren. (Am Ende der dreizehnten Zeile konnte nur die Abkürzung o lpg. tl gelesen werden. die als legio oder als legatus auflösbar ist.) Die Inschrift gehört also zu den in BÖlcske gefundenen Jupiter-Altáren, die hochrangige Personen darunter Statthalter (s. Kat.-Nr. l0a, b) im Kultbezirk dem 1. O. M. Teutan as dedizierten. b. zweite InschriÍ t : Teutano " funoni Regináe. Mifreruae 5. lir & 256 " [sJanctae " ceterisque d iis " deabusque " immort4 b1 us [pro salute ---J ZS OI-T lv{ RA V : DiE P ALII\,{ PS E S'f IN S CHRIFTI]N Die Dedikation anr Anfang des Altartextes wurde in die glatt bearbeitete Fláche eingemeiBelt, wogegen der weitere Textteil auf eine vieI gröber, mit dem ZahnmeiBel bearbeitete Fláche geschrieben wurde. Schon auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Fláchen des Inschriftfeldes erheblich. Erklárbar ist dies viellcicht dadurch, daB bei der Anbringung der dritten Inschrift nur der Text nach der Dedikation eliminiert wurde und man die ersten sechs Zeilen der aufgrund der Buchstabentypen nicht viel früher angebrachten zweiten Inschrift unverándert lieB. Den Unterschied beider Inschriften zeigt, daB bei der zweiten Inschrift die beiden Balken der A-Buchstaben durch eine gebogene bzw. in einem Fall waagerechte (s. das A in deabus) Linie verbunden wurden, im folgcnden Textteil dagegen irn allgemeinen nicht. Des weiteren sind die O-Buchstaben der zweiten Inschrift oval und die der dritten rund. Die Formel ceterisque diis deabusque inutrcrtalilrus kommt gerade auf dieser Inschrift vom 1l. Juni 288 n. Chr. erstmals vor. Auf den I. o. M. Teutanus-Altáren von 282, 284 und 286 fehlt sie, weshalb die zweite Inschrift erst ein Jahr zuvor, 287 n. Chr. angebracht worden sein kann. auffál| ige Erscheinung, daB man man nur auf Altáren, die in der 2. Hálfte des 3. Jahrhunderts errichtet wurden, der NeubeschriÍ iung früherer I. o. M' oder 1. o. M. Teutanus geweihter Altáre begegnet (Kat.-Nr' 9-16). Die wiederholte Verwendung früherer Altáre wird in der 2. Hálfte des 3. Jahrhunderts so allgemein, daB sich unter jeder damals entstandenen bekannten Inschrift mit 1. o. M. TeLltatras-Dedikation auch eine Palimpsestinschrift findet' Die spátere Wiederverwendung wird auch durch die Datierung dieser inschrifttragenden Altáre aufgrund steinplastischer Kriterien auf das Ende des 2. bis in die 1. Hálfte des 3. Jahrhunderts bewiesen. Der 288 n. Chr. aufgestellte Altar wurde aus einem unbekannten Grund an der Stelle der vorjáhrigen Inschrift beschrieben, wobei die Dedikation beibehalten wurde (Kat.-Nr. l5). Im Kultbezirk des I. o' M. Teutanus wurde wahrscheinlich erstmals wáhrend der Herrschaft von Trebonianus Gallus (252 n. Chr') ein dort befindlicher früherer Altar sekundár verwendet (Kat.Nr.9). In ganz Pannonien wird seit der Mitte des 3. Jahrhunderts die massenweise Es ist eine Wiederverwendung früherer Steindenkmáler - unter Beibehaltung ihrer Funktion - zur allgemeinen Praxis (s. weiter unten). Dies betraf in erster Linie Sakraldenkmáler, vor allem Altarsteine. Áhnlich wie bei den I. o. M. Teutanus geweihten Altáren achtete man aber gewissenhaft darauf, daB die spátere Dedikation an die Gottheit(en) auf der früheren Inschrift gerichtet war' (Wir kennen kaum einen Altarstein mit Palimpsestinschrift aus Pannonien, den man spáter anderen Gottheiten geweiht hátte. Das ist auch damit zu erkláren, daB aus praktischen Gründen im allgemeinen frühere Altáre am Ort, in demselben Heiligtum wiederbeschriftet wurden.) Im Text der Sakralinschriften wurden also nur die dedizierende Person und die Formeln ausgetauscht. Auf den aus dem Donaubett bei Bölcske geborgenen I. o. M. Teutanus-A| táren wurden deshalb háufig die Dedikationen für die Gottheit beibehalten oder in identischer Form neueingemeiBelt (Kat.-Nr. 10, 15). Drei Palimpsestinschriften nennen Privatpersonen. Im Kultbezirk des L O. M. Tetttanus wird also auch eine groBere Zahl von Altáren auf Privatinitiative hin dediziert worden sein. (Es ist auffállig' daB sich unter den Altáren mit Palimpsestinschrift verháltnismáBig mehr auf Privatinitiative 257 LIlltl{ ,LI ARCHAEOLOCICI SER. NOv" No. Il zurückgehende Altarerrichtungen finden' Deshalb ist vorstellbar, daB man dicse Altáre lieber wiederverwendete a| s die oí Tiziell dedizierten.) Aus dem Text der identifizierten Palimpsestinschriftcn können wichtige SchluBfolgerungen auch über die frühe Periode dcs L o. M. Tetttanas-Kultes gezogen werden' Anfangs kam auf den fl'ühesten Altáren im zentralen I. o. M. Teutanus-Kultbezirk nur I. o. M' vor,8 wozu in einem Falle auch Conservator htnzulrat. Den Beinamen Teuttlnus fügtc man damals also noch nicht hinzu, sondern er trat erst spáter, am Ende des 2. Jahrhunderts, zu dem Namen des hier verchrten Jupiter. (Dasselbe gilt auch für den Ausdruck pro sctlute ciuitatis Erauiscorunl, an dessen Stelle die Wortwendung pro salute ordinis Aqttincensiunl steht: s. Kat.-Nr. A.) Darauf weisen die Palimpsestinschriften zweier spáter I. o. M. Teutanus-Aháre hin (Kat.-Nr. l2* I3)' die Iupiter optintus Ma..tintus nennen. Die erste InsclrriÍ t des 288 n. Chr. mit neuer Inschrift versclrenen I. o. M. Teutanus-AlLars (Kat.-Nr. l3) dedizierte I. O. M. Conservaror vielleicht ein tribunus nrilittun dcr legio II Adiutrix, der auch seinen curSlls llonorunt im Text anfül-rrte' (Spátcr crschcint der Beiname Consery,cttor mehrfach auch zusammen mit I. O. M. TeLttttnus'. s. Kat.-Nr. 5. C.) Den anderen 286 n. Chr. wiederverwendeten I. o. M. Teuí cttlus_Altar (Kat.-Nr. l4) dedizierte P. Aelius Valens cuttt suis onmibtts ebenl'erlls Jupiter. Beide erwáhnten '1. o' M. TeuÍ atrlrs-Altár'e wut'den sicher aus fl'üher im Kultbezirk stelrenden Altáren umgearbeitet. (Denn es ist unwahrscheinlich, daB rnan die Altáre zur Wiederbeschriftung von einem andercn Ort, -Eenauer:-einem anderen. wciter entfernten JupiterHeiligtum, heran_eeschaÍ ft hat, wenn Zur Umgestaltung -seeignete Altáre auch an ort und Stelle in groBer Zahl zur VerÍ ügung standen. GemáB den früheren Insclrriften zweicr I. o. M. Teutanus-Altáre waren diese ursprünglich gleichfalls Iupiter Teutcttttts geweiht [s. Kat.-Nr. 13], Was die Wiederverwendung am ort aufgestellter Altáre beweist') Es ist eine auffállige Parallcle, daB die Dedikationen der frühesten Altáre des PÍ 'aÍ fenbcrges bei Carnuntum ebenfalls Iupiter optintus Maxinus nennen, ohne jeden anderen Beinamen. Der Beiname K(arnuntinusl erscheint efst Spáter, auf den letzten Altáren aus der Zeit der Tetrarchie.9 (Den Beinamen bekam Jupiter'vom Schauplatz seines - damals schon auf eine hundertfünfzigjáhrige Vergangenheit zurückblickenden Lokalkultes,l0 ob dieser nun Karnuntum oder der mons Karnuntinus war.) Mit Recht erhebt sich also die Fra-ee, womit die Vcrelrrun_s des I. o. M. in der Frühperiode beider Ku| tstátten zu erkláren und wie das spáte Erscheinen der Beinamen zu deuten ist. Das Fehlen weiterer Beinamen des auf dem Pfaffenberg verehrten I' o. M., die rein römische Art und Ausdrucksformen seiner lkonographie und seines Kultes haben auch W. Jobst und L Piso betont,lldoch,,kann man Beziehun-sen zu einem alten keltischen Kult der Berge oder zur kcltischen Mentalitát nicht ausschlieBen."l2 C. B. Pascal versuchte, den Jupiter-Kult keltischer und römisclrer Herkunft in den Gebieten des Reiches mit keltischer Urbevölkerung voneinander zu unterscheiden. Als wichti-estes Kriterium galt ihrn das Vorhandensein oder Fehlen der Ureinwohner- bzw. O. M.8 Von den drei frühesten Altáren (Kat.-Nr. l,A, B) entlrí lt nur einer die Dedikation 1. o' M Teutano, aber von den anderen beiden ist sie abgebrochen. Deshalb wissen wir nicht, ob die Dedikation des Altars von 178 n. Chr. (Kat.-Nr. A) I. O. M. zusammen mit dem Beinamen Teutanus nennt oder noch nicht. 9 PIso 1995' 345; PÍ so 1997, 52 I0 Ptso l991, t65; für die Herkunft des /. o. M. K. yon den Boiern argumentiert FITZ l998, 86 JoBsT | 986'329 PIso l99l, l62_1ó8 ''r2Plso 199i,165 258 ZS () t' T \'1 RA V : Dl E P AL 1 N,í PsEs 1] I N S C H R] Í ;'I'EN Beinamen. Seincr Ansicht nach konnte die in der Form 1' o. M. verehtte Gottheit nur der römische Jupiter sein, und das Fehlen der Beinamen O. M. und/oder Vorhandensein der keltischen Beinamen sei mit der Herkunft der Gottheit von den Ureinwohnern zu erkláren.'' Di"'.' Gedanken-eang ist aber sicher falsch, denn auf del linken Seite eines Altars mrt I. O. M.-Dedikation aus Gerling bei Ansfelden (oberösterreich) ist der keltische Radgott des Himmels, Lichtes und Krieges clargestellt,Ia der auf der rechten Schulter das Symbol von Donner und Sonne, das an einern Stiel bcfestigte Vierspcichenrad trágt.15 Die als Jupiter gedeuteten Götter der Urbevölkerung wurden demnach auch ló unter dem Namen I. o. M. an-9ebetet. Wir wissen nicht, wann und wie _9cnau der I' o. M. TettÍ antls-Kult in römischer Zeit entstand, wohl aber' daB die liühestcn in seinern Kultbezirk aufgestellten Altáre * áhnlich wie auí -dern Pfaffenberg - anÍ 'an_Qs I. o. M. nannten und er den Beinamen Teutctnus erst spáter, im letzten Viertel dcs 2. Jahrhuntlelts erhiclt. Bei der Gründun_u des rijmerzeitlichen Kultbezirks (Í iühestens irn 2' Drittel des 2' Jh.) waren die Pcl'son des Eravisker-Haupt-sottes und die Vorstellun_sen übcl' ihn _ dank cler lan-usamen und inlblgedessen tiefgehenden Romanisierun-e des Gebietes - schon fast völlig und unerkennbar in der Gestalt des L o. M. auf_9c-uan-qen.| 7 Diescn ProzeB belegt dic in der 1. Háll'te des 2. Jahrhunderts relativ -eroBe Zahl durch die eraviskische Stammesaristokratie I. O. M. (und mit diesem zuglcich luno Regincl) geweihter Altárc.18 Der'Kult der auf den Altáren genannten Gottheit enthielt - wie _eeselren - auch Traditioncn der Ureinwohner. genauer gesagt, die lokale Führungsschicht eraviskischer Herkunft sah in 1. o. M' zugleich auch ihren eigenen Hauptgott. ,,In den Altáren der UreinwoIrneraristokratie müssen wir jedoch in erster Linie eher die dem rönrischen Hauptgott zukommende Verehrung als Motiv sehen."l9 Die zentral unterstützte reiche Stammesaristokratie. die von Nerva, Trajan und Hadrian Bürgel'recht erhalten hatte,2o brachte mit den I. o. M. dedizierten InschriÍ ten ihre Treuc zum römisclren Staat zum Ausdruck.2l Den olfiziellen Charakter ihres auf der Verehrung des 1. o. M. beruhenden Kultlebens zeigt auch die enge Verflechtung von Götter_ und Kaiserkult. Gerade im Lichte des L o. M.-Kultes der eraviskischen Stammesaristokratie müssen wir die unter dem Namen I. o ' M . vereht'te Göttergestalt des auf römische Initiative hin gegründeten Kultbezirkes vom Gellé rtb".g22 interpretieren. Es kann sogar die Aussage ge wagt werden, < laB der I. o. M. auf den von der Aristokratie in den ersten beiden Dritteln des 2. Jahrhunderts dedizierten Altáren und die Gestalt des in derselben Periode auf dem Gellé rtberg verehrtcn I. o. M. die gleiche Gottheit meinen. Unterstützt wird dies auch durch die Tatsache, daB genau in diescr Periode die frühe ste rr PnsceL 1964.11 Dr VRrss 1964,34-31 'tr6 PoLascupr 1942,53 f[.i EccER l9-56 't 1958, 45 f., Abb. 30 KENNER 1989,943-944 SzngÓ | gg2' gl_92 ctL Itt 10408; cIL Ilt 3432. s. noch: ctl- 3431 l9 AlpÖLoy l963.49 '7 sznnÓ Í 91 | ,6l; 't ctL III 3348 = 10334; '" Kurz zur Ureinwohneraristokratie Pannoniens: MÓCsY i957, 488-498; ALIjÖLDY 1963,49,5l; SZABÓ 1964' 113_| ]4: MRÁV 200l,30-4l 2r ALr-oLoy 1963,49,51 rr Zusammenfassend über den Standort des Il996] l2_l3l TÓTH o. J.; MnÁv o. J. / o. M. Teutanus-Kultbezirkes auf denr Gellé rtberg s. MnÁv l992* l99_5 259 LIBtrl,Ll ARCHAEOI-OGICI SER. NOV. No. II Führungsschicht der Stadt Aquincum aus den Mitgliedern dieser Stammesaristokratie besteht.23 Die Mitglieder dieser munizipalen Führungsschicht mehrheitlich lokaler Abstammung dedizieren die frühesten I. o. M.-AlÍ áre auf dem Gellé rtberg, die ebenso amtlichen Text haben und ebenso mit dem Kaiserkult verbunden sind wie die von Mitgliedern des Stammesaristokratie als Privatpersonen M.-Kult auf dem Gellé rtberg haben wir also in Weise mit den I. o. M.-AlÍ áren der Eraviskeraristokratie zu interpretieren. aufgestellten I. o' M.-A| táre. übereinstimmender Den I. o. DemgemáB erkennt man in der Gestalt des auf dem Gellé rtberg verehrten I' o. M. den mit Jupiter völlig eins gewordenen Gott der Eravisker. In dieser frühen Periode verdrángt jedoch - infolge des Motivs zur Altarerrichtung - der Reichsgott die Gestalt des in seiner Pe rson nicht mehr wiedererkennbar aufgegan-uenen Jupiters der Ureinwohner. (Deshalb ist es kein Zufall, daB im /. O. M.-Kultbezirk auf dem Gellé rtberg dic Reichsbeamten die Gestalt des Reichsgottes verehren. Aus diesem Grunde konnte hier ein unbekannter tribunus rnilituni! der legio II adiutrix dem I. O. M. Conservator einen Altar errichten IKat.-Nr. 15a]. Von diesem Jupiterkultbezirk sollte die in Bölcskegefundenen I.o.M' AltarederDekurionendesMunizipiumsAquincumM'FoviaciusVerus iunior und P. Aelius Perpetuus verschleppt werden IKat. Nr. 38, 39].) Infolgedessen entsprechen damals die Erscheinungsformen des Kultes der Gottheit rein der farblosen römischen Kultpraxis. Das Motiv für die Altaraufstellung wiederum war der Ausdruck der Treue zum römischen Staat und zur Person des Kaisers. Darin und im Erstarken des Romanisierungsprozesses haben wir den Zweck der _ auf römische Initiative, wahrscheinlich auf Zentrale Anre-eung erfolgten - etwa _eleichzeitigen Schaffung des L O. M.-Kultes im Boier- und Eravisker-Gebiet zu sehen. Mit fortschreitender Zeit erfol-vte jedoch eine Veránderung in der Person und Kultpraxis des I. o. M. Der Ureinwohneraspekt der Gottheit und seine fast völlig in Vergessenheit geratenen lokalen Wurzeln treten langsam wieder in den Vordergrund und werden immer mehr betont. Im letzten Drittel des 2. Jahrhunderts werden die Altáre bereits pro Salute et incolunitate Intperatoris et civitatis Eraviscorunl dediziert. Die lokalen Bezüge der Gottheit werden auch durch den _ wahrscheinlich vom Schauplatz seines Kultes auf diese übergegangenen - Beinamen Teutanus hervorgehoben. Diese Betonungsverschiebung im Kult der Gottheit fiel zeitlich mit einem ProzeB zusammen, der eine Renaissance, ein Wiedererstehen des Kultes der Lokalgötter mit sich brachte und ,,in dessen Hintergrund sich die lokalpatriotische Archaisierung der gewachsende Bedeutung Pannoniens hinzieht"'2a A1l das ist eine spáte ÁuBerung" des Stammes-IdentitátsbewuBtseins der auf ihre Herkunft stolzen Eraviskerbür ger (cives Eravisci26). 23 MÓcsy l959' 70; MÓcsY l957, 488_498; MÓCSY l974, l38_l39; MRÁV 200l, 32;Zs| Dl 2002' 38 2o szesÓ 197l,6l; sZ^ Bl l99z, l07_l08 "26 MnÁv 2o} l' 32 Die richtige Ergánzung von CIL III l0608 s.: MÓCsY | 959,264, Nr' 238/4. 260 ZSOLT \,'tRAV : DiE PALIMPSESTINSCHRII.TEN APPENDIX PALIMPSESTINSCHRIFTEN IN PANNONIEN. VORLÁUFIGER FoRSCHUNGSBERICHT Zur Zusammenstellung des Kataloges der Palimpsestinschriften auí ' Steindenkmálern, zu ihrer umfassenden E'rforschung und Auswertung ist es bisher weder bezüglich Pannoniens noch anderer Provinzen des Römischen Reiches _eekommen.27 Nur die Tatsache der Neubeschriftung eini-uer Steindcnkmáler wurde angegeben. Flóris Rómer war in Ungarn der erste, der eine _sröRere Anzahl von römerzeitliclren Palimpsestinschriften identifiziert und gelesen Irat.28 Spáter jedoch hat man * abgesehen von < len offensichtlichen Fállen - Palimpsestinschriften nicht bemerkt und nicht bewuÍ Jt gesucht. Der Man-eel an Interesse und AuÍ lnerksamkeit ist vielleicht damit zu erkláren, daB die erhaltenen Buchstaben- und Text[ia-qmente schwer zu erkennen und ihre Lesung unsicher bzw. mehrdeutig oder unverstándlich ist. Vielfach ist schon die bloRe Identifizierung fi'üherer Inschriften ein Problenr, da sich an den Steindenkmálern nur die Tatsache einer NeubeschriÍ tung feststellen láBt. Diese bisher unverdientermaBen vernachlássigte Inschriftengruppe eignet sich aber dazu, aus ihr wichtige SchluBÍ blger'un-gen auf die Mentalitát der Ne ubeschriftungsperiode und ihre lnschriftbráuche zu ziehen. Mit der Idcntifizierung neuentdeckter' bisher unbekannter InschriÍ ten wáchst auch die Zahl der bekannten pannonischen InschriÍ 'tenquellen' Weitere Informationen können über die ursprünglichen Aufsteller der mit früheren Inschriften zeitgleichen Steindenkmáler mit Inschrift, über ihren Zweck und ihre Datierung gewonnen werden. Die Zahl der Palimpsestinschriften ist gemessen am gesamten pannonischen Inschriftenmaterial verschwindend _tering. Die niedri-ee Zahl ist vor allem darauf zurückzuführen, daB der Brauch der Neubeschriftun_g Zu einet Zeit (2. Hálfte 3' Jh. n. Chr.) relativ háufiger zu werden be_einnt, als die Aufstellung von Inschriftsteinen drastisch zurückging. Die Palimpsestinschriften sind aufgrund der Zeit, des Grundes und der Umstánde des Neubeschriftung in vier chronolo_eische Hauptgruppen einzuteilen. (Die Aufzáhlung erhebt nioht den Anspruch auf Vollstán< ligkeit, sondern nennt nur anschauliche Beispiele.29) l. Die Periode Tv,ischen dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Cltr. und dent Ende der Severerzeit Die lrüheste mir bekannte pannonische Paiimpsestinschrift konnte auf dem vom tribunus laticlavius C. Iul. Lepi< lus Tertullus zwischen 178 und 182 n. Chr.30 dem Sol Invictus dedizierten Altar t' Zurn Begriff der Palimpscstinschriften, vor allem auf pap:'ri und Pergamenten s.: SCHUBART 1949, 123-124. HURscl{ Irí ANN 2000' l 88_l 89. Kurz über die pannonischen Palimpsestinschriften: TÓTH - SZABÓ 1999' 45_46. t* siehedazu: R-D93,95, l02. l06, l0S.DerAltarsteinClLIII 3503= R-D72= AElg0g,33harimGegensatzzu F. Rómers Ansicht keine Palimpsestinschrift. Das Forschungsprogramm zur Sammlung und Interpretierung cler pannonischen Palimpsestinschriften steht erst am Anfang. Die Zusammenstellung des Katalogs und die endgültige Auswertung werden noch jahrelang dauern, da zur Identifizierung der Palimpsestí nschriften die oft sehr zeitaufwendige persörrliche Untersuchung der inschrií ttragenden Steindenkmáler unerlí Blich ist. 2e to Fnz 1993,614-615, Nr. 377 261 LIBlrr-LI ARCHABOLOGICI SilR. NOV. No. ll identifiziert werden.-31 Der Altar wurde im mithraeunt des vom tribuni laticlavii des Aquincumer Le_eionsla-eers bewohnten Palaste s gefunden.32 Unter der letzten Zeile der spáteren Inschrift fand sich mit rotgemalten Buchstaben die Wendung $ / [votu]m s(olvit) l(ibens) nt(erito), die viellercht die SchluBformel einer früheren, Sol Invictus geweihten AltarinschriÍ t war. E'benfalls mit diesem Kultkreis verbunden ist der in Aquincum gefundene sevcrerzeitliche Altar des veteranus Aurelius Filander, den er fur Invictcl Deo aufgestellt hatte.33 Unter der spáteren InschriÍ i verbirgt sich eine im Text etwa identische, aber in den Zeilen anders angeordnete Inschrift. Die in die Regierungszeit von Septimius Severus zu datierenden Neubeschriftungen zweier früherer Steindenkmáler sind mit Renovierungen verbunden, weshalb sich auch der Inhalt der spáteren Inschrift eng an die frühere anlehnt. Ein in Ács-Vaspuszta gefundener, aufgrund seines Alters beschádi-vter I' o' M.-Altat war vom praefecltls der cohors I Thracuttt im Jahre 202 n. Chr. mit Neubeschriftung der Í i'üheren Inschrift renoviert wolclen.34 Aufgrund des als Caracalla neu-eeschriebenen Atttonitii in Zeile 6 des spáteren Textes wird der Altar ursprünglich für das salus eines Kaisers aus der Antoninendynastie errichtet worden sein. GernáB der militárischen Bauinschrift, die 1781 bei der St. Rochus-Kapelle von É rdgefunden wurde, hat der Statthalter Tib. Cl. Claudianus ein aufgrund seines Alters eingefallenes praesicliun an anderer Stelle durch das Militár wiederautbauen lassen.35 Die auf Herbst I9'7 - Anfang l98 n. Chr. zu datierende Bauinschr'ifi wurde auf eine frühcre Inschrifttafel geschrieben, deren teilweise abgemeiBelten und teilweise mittels Stuck beseitigten roten Buchstabenfragmente im Inschriftf'eld gut zu erkennen sind. Es wurde angenommen' daB die frühere Inschrift die Bauinschrift eines commoduszeitlichen burgus36 sei, wie sie mit áhnlichem Rahmen und MaBen in der Umgebung zahlreich vorkomm"n.tt Wah.t"heinlicher ist aber, daB man eine ol.rnehin vorhandene Bautafel des früheren praesidiunt wiederverwendet hatte. Denn in der Mitte der letzten Zeile der ersten Inschrift ist sehr gut ein gröBerer A-Buchstabe zu lesen, der sicher nicht mit der danulatio ntenloriae eingemeipelt wurde. Deshalb konnte er auch nicht zum in allen áhnlichen InschriÍ ten des L. Contelius Felix Plotianus leg. pr. pr. wáhrend der Herrschaft des Commodus getilgten Namen gehört haben. Von der früheren Inschrift blieb auch eine Hé dera erhalten, die auch auf der bekannten commoduszeitlichen burgus-Bauinschriften nicht verwendet wurde. Die Basis der 228 n. Chr. in Savaria, im Vereinhaus des collegiunt Genii pr(ovinciae) P(annoniae) s(uperioris) aufgestellten Victoria-StaÍ ue (signum Victoriae)38 wurde in höchst un-9ewöhnlicher Weise mit einer früheren, neubeschrifteten marmornen Grabstele mit Bacchischen-Thema belegt. Die Stifter der Statue waren die ntagistri et scribae collegii. Zwischen den Zeilen der spáteren Inschrift sind die erhaltenen Buchstabenfragmente der Grabinschrift gut zu erkennen. In Pannonien werden am Ende des 2. und im 1' Drittel des 3. Jahrhunderts n' Chr. Steindenkmáler sehr selten neubeschriftet und in der früheren Periode überhaupt nicht. Die niedrige Zah| der 3' Kocsrs 1989, 87-88, Nr. 4, Abb. 7; Kocsts 1991, I 19, Nr. 4, 173, Abb. l-2 Kocsrs 199 l. I I 8 tt AeurNcuu 1986,212, Kat.-Nr.768; AQUINCUM 1995,41, Kat.-Nr.31, Taf. l/l 32 rt RIU 640 ]'RIU l353' vgl.: AI-nÖlov 2000 t2002],49_50 36 Zusammenfassend über die entlang der Grenze von Pannonia inferior commoduszeitlí chen b u r gus'Bauinschriften s. : soPRoNI l 996 9l* 94 37 AlrÖLoy 2000 t2002]' 3' RIU 262 3l 50 = Steindenkmáler 95, Nr. 68, Abb. 54 in groBer Zahl (15 St.) erhaltenen Z S () LT' MRÁV: D IE P At- l]\.{ P S E s'I I} ,i S C H R t F:TEN Palimpsestinschriften ist besonders dann auffallend, wenn wir die bekannten einigen Exemplare mit der auBerordentlich hohen Zahl der in der Periode entstandenen Inschriftsteine vergleichen. (Die pannonisohen Inschriften sind námlich überwiegend in die SevererzeiÍ zu datieren.3g; All das ist damit zu erkláren, daB damals in den produktiveren Steinmetzwerkstátten Inschriftsteine einfaoher und mit geringeren Kosten hergestellt wcrden konnten. Auch der materielle Aufschwung der Provinzbevölkerung machte es überf'lüssig, zu solch praktischen, aber auf moralische und gesetzliche Hindernisse stoBenden Zwangslösungen Zu greifen. Deshalb ist es kein Zufall, daB wie bloR auf den Altárcn in Mithras-Hcili-etümern und bei Renovierun_esarbeiten Palimpsestinschriften finden' Die früheren Inschriften wiederum wurden - mit Ausnahme einer einzelnen aus einer liüheren Grabstelc für eine Statuenbasis um-uearbeiteten Blendplatte _ ihrem ursprün_elichen Zweck entsprechend wicdcrverwendet. 2. Mitte und 2. Hcil.fte des 3. Jahrhunderts n. Chr. Nach der Sevcrerzeit, vor allem aber in der Mitte und 2. HálÍ ie des 3. Jahrhundcrts n. Clrr., wáchst _ infolge der Kr'ie_esverwüstungen und der Wirtschaftskriese _ parallel mit den drastisch gesunkenen Inschriftaufstellungenao sichtlich < ler Anteil von wiederverwendeten Inschriftsteinen. Dieser ProzeB láRt sich auch gut in den I. o. M. Teutctttus-Kultbezirken verÍ bl_cen, in denen seit der 2. Hálftc des 3' Jahrhunderts n. Chr. Altáre nur noch mittels systematischer Neubeschriftung frülrerer am ort befindlichcr Steindenkmriler dediziert werden. Typisch fiir diese Periode ist auch die vom Zweck der Altáre abwcichendc Verwendun-u. Der Sockel der Valerianus_Statue von Titel beispielswcise war ursprün-elich cin 194 cm hohcr Altar, den man von unten nach oben umgekehrt neubeschriftete'1] EbenÍ 'alIs in das Inschriftfeld r: ines früheren Altars meiBelte man die Bauinschrift über die Renovierung der Aquincumer therntae nrctiores zur Zeit von Claudius II. ein.a2 Die Wiederverwendung entsprechend der Altarfunktion zei-et < lie - wahrscheinlich in diese Periode zu datierendc - sekundáre Beschriftun_t mehrerer Altarsteine.a' Beide Inschriften des eincn Altars nennen Sol, in diesem Falle wurde also ein früherer Altarstein aus dem (einen7) nú thraeunt von Intercisa wieder derselben Gottheit dediziert. Die frülrere, schön geschnittene VotivinschriÍ t hatte Aurelius Arbas für Sol Invicttls auf_eestellt. In der Mitte oder 2. Hálfte des 3. Jahrhunderts n' Chr. wurde auf diese Inschrift die spátere ungeschickte Altarinschrift gemeiBelt'aa Wir haben in Pannonien keine An-eaben über die Ncubeschriftung von Kaiserstatuenbasen aus militárischem und zivilem Umfeld. Selbstdie Statuenbasen der mit det damnatio ntemoriae belegten Kaiser wurden nicht von neuem für denselbenZweck verwendet. Das ist damit zu erkláren, daB man in der Blütezeit der Aufstellung von Kaiserbasen, in der l. Hálfte des 3. Jahrhunderts,'' di" Verwendung mittels Neubeschriftung der SteindenkmáIer vermied und im letzten Drittel des Jahrhunderts - abgesehen von einigen Statuenbasen aus dem militárischen Umfeld 3o MÓcsy l974^ ,23]l-232; MÓcsY l9'/4F,59 ''' MÓcsY l9718.93 '' AE l965, 304 = JLJug l042; " CIL tII l0492 vgl.: ALFÓLDI .r DUSANIÓ 1967 PI. V/l 1' wo auch das Bild der Statuenbasis umgekehrt gezeigt wird 1943, 33; KABA t99l, l l, 98, Abb. 9 RIU 750; RIU lO28 RIU lo98 '5 MnÁv 2oo3 ot 263 LIBELI,I ARCI{ AEOI-OGICI SER. NOV. i\o. II Statuendedikationen völlig unterblieben' Darnit verlor die funktionsgemáBe Neubeschriftung der Basen ihren Sinn' Dagegen setzte die Zerstörung der Statuen und ihrer Sockel auf den offentlichen Plátzen der Stádte und ihre Verwendung für andere Zwecke ein' In den Stádten Südpannoniens werden sie vor allem bei lokalen Bauarbeiten im Interesse der Stadt (Stadtmauerbau,a6 Kanalbedeckungtt; u".* endet. Die urngearbeitete Statucnbasis von L. Funisulanus Vettonianus wurde z. B. mit der Nemesis-Dedikation und Relief als Votivgabe eines Stadtbeamten von Andautonia verschen und in ein lokales Nemesis-Heiligtum ein-eebaut.a8 In den Stádten Nordpannoniens verschleppte das Heer im 4. Jahrhundert die - vielf'ach an ihrem Aufstellungsort belassenen - leeren Basen un< J verwenclete sie als Baurnaterial'ae Auch über die Neubeschriftun-t von Meilensteinen haben wir nach der Severerzeit eine _eröBere Zahl von An_{ abcn,so obwohl clies damals noch nicht zur allgemcinen Praxis geworden war. (Früher wurden an derselben Stelle völlig neue' die einander folgenden Kaiser nennende Meilensteine aufgestellt.5l Es gibt auch ein Beispiel dafür' daB daB es im Laufe der Herrschaft eines Kaisers an derselben Stelle zur Aufstellung mehrerer, in unterschiedliche Jahre datierbarer Meilensteine gekommcn ist.52 Die mit Inschrift versehenen und propagandistischen Zwecken dienenden Meilensteine wurden damals noch aus zentralen SteinmetzwerkstátteIn an den AuÍ stellungsort verbracht.) Seit der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde neben der Aufstellun-e neuer Meilensteine53 die Neubeschriftung der an den StraBen stehenden früheren Meilensteine am ort selbst schon háufiget,sa vielfach so-ear ihre mehrmalige Neubeschriftung's5 Dieses Verfahren war wesentlich praktischer und billiger, als mittels vieler teurer Arbeitsprozesse (Brechen der Steine, MeiBe| n und Beschriften, oftmals Transport über groBe Entfernungen) neue Meilensteine aufzustellen. Auch bei dieser Inschriftengruppe ist die Wahl der für jene Zeit so typischen einfacheren Lösung zu erkennen. 'o AIJ 586,587 "tB tLSl 49 I 75-78, Nr.26 AU 4i9 MnÁv 2003 Bei zwei unter Macrinus aufgestellten Meilensteinen glaubte F. Rómer Spuren früherer lnschriften zu erkennen: R - D 93, 106; die nach der Severerzeil umgearbeiteten Meilensteine (in Klarnmern der Zeitpunkt der Umarbeitung): R - D 102; l08; (Maximinus Thrax); BESZÉ DES 2000, ll4* ll5 (Philippus Arabs)l R-D l04; LoRINCZ l985' 394_396 (Traianus Decius); CIL III l l333 (Claudius Il.); CIL III l l328 (Tací tus); soPRoNI l910,93_95, Abb.4_7 (Florianus). 50 5lLóRtNcz l99o' ll8 5l ln Intercisa wurden an derselben Fundstelle drei unter Maximinus Thrax aufgestellte Meilensteine gefunden, der erste vonr Anfang des Jahres 236 n. Chr., der náchste aus der 2. Hálfte desselben Jahres und der letzte von 237 n. Chr. Alle drei gaben die Entfernung ab Aq(uinco) nql L an LÖRINCZ_V| SY | 977,20Í , Nr. :178* 480; LÓRINCZ l990, l l8. 53 GemáB den Meilensteinen aus einer Auswaschung südlich von Százhalombatta wurden die unter Philippus für die Enrfernung ab Aq. nry 23 (244 n. Chr.) aufgestellten Meilensteine (SoPRoNI 1970, 95-101, Nr. 2-3) nicht neu beschriftet, sondern wurde unter Claudius II. dort ein neuer Meilenstein aufgestellt: SoPRoNI 1983, 83-89, Nr. 4. (Vgl.: CIL III I1333. wo unter Claudius II. ein Meilenstein neubeschriftet wurde. Die Aufstellung neuer Mcilensteine und die Wiederverwendung der alten war also eine parallele Erscheinung.) 5t RD; Peulovrcs 1949,55-56, Taf. XXX; SoPRoNl 1970,93-95, Nr. la-b,99, Abb. 5 Budapest und Budaörs gefundenen Meilenstein finden sich sogar drei Inschriften aus verschiedenen Zeiten. Der ursprünglich unter MaXiminus Thrax aufgestellte Meilenstein wurde unter Diokletian (?)' dann unter Constantius Chlorus und Galerius Maximianus neubeschriftet: cIL III 37ll = 1062l = R - D 95; RÓMER l966, l68. Auf einem Meilenstein von Intercisa glaubte I. Paulovics fünf Inschriften verschiedener Zetten zu erkennen: PAULovrcs 1949,56. 55 Auf einem zwischen 264 Z S O LT' N'l R A V : D I E P AL I N4 P S 11 S 1' lN S C H R I ItrTEN 3. Dic Zeit der Tetracltie Dte Zett der Tetrarchie ist die Blütezeit der - funktionsgemáBen - Wiederverwe ndung inschrift| icher steindenkmáler in Pannonien. Unter der Mehrheit der wáhrend der Tetrarchie entstandenen Inschriften finden sicIr námlich auch Palimpsestinschriften.'u Dauon bilden auch clie Inschriften über Bauarbeiten, Altar- und Statuenaufstellungen, die mit den Kaisern zu verbinden sind, keine Ausnahme. Selbst die Basis einer von Diokletian und Maximian ob de[victos virtu]te sua solmatas aufgestellten Jupiter-Statue von Mikebudasi wurde aus einern Í iüheren _ wahrscheinlich ebenfalls - Altar umgestaltet. Danach ist es nicht riberraschend, daB bei der Renovieruns des sacrarilr?s von sog. III. trithraetun in Carnuntum die Bauinschrift lovii et Herculii religiosissinti Attgusti et Cae sares58 auí einen im Heiligtum stehenden Altar geschrieben wurcle. Die wenigen Meilensteine mit Nennung dcr Kaiser der Tetrarchie haben sámtliclr gleichfalls eine Jupiter dedizierten Palimpsesti nschri ft. 5e tlLlx am 15' Juli 303 n' Chr. aufgestellte I. o. M.-AlÍ ar von Almásfüzitőóo wurde aus einem 1l'ülreren Altar urn_eestaltet, denn die Daticrun_q dr:r InschriÍ t hatte Der von Aur' Ianuariu3 1,. p. man auf den teilweise abgeschlagenen profilierten Sockel des Í r_üheren Altarsteines geschrieben. Irn Inschritifeld sind auch eini_ue Buchstaben der fr'üheren Inschrift gut Zu erkennen' In Zeile 4 der B die Buchstaben CL[-----]/t--] und zwischcn 4 und 5 mit auffállig groBen Buchstaben in der Mitte die Abkürzung Co[Sl zu lesen' Dic spáteren Inschrifi sind an der oberhálÍ te des ersten Zelle Abkürzung ist gewiB nicht als consul-DaÍ ierung Zu verstelren, da sie mit allzu groBen Buchstaben geschrieben ist und vor ihr wenig Platz für die Dedikation, den Namen des Dedikanten und der cottsLtles blieb. Wahrscheinlicher ist, die Abkürzung dem Aufsteller der Inschrift zuzuweisen, der ein beneficiaritts consulctris oder ein Statthalter (cortsularis) gewesen sein konntc. Die zweite Möglichkeit ist wc-uen der BuchstabengröBe und Zcileneinteilun-e (cos. in _9esonderter Zeile, auf Mitte gestellt, mit schön geschnittenen groBen Buchstaben) sowie den zum Namen gehörigen. erhaltenen Buchstabcnliagmcnten wahrscheinlicher. In diesem Fall konnte nur Tib. Cl. Claudianus der Aufsteller sein, der wáhrend seines Statthalteramtes in Pannonia inferior als praeses erscheint6| und dann nach dem Statthalteramt von Pannonia superior mit den Titeln cons(ularis) duarunt Pannoniarutrr't br* . teg. Augg. pr.pr.c. v. cctnsul(aris) provinc(ictrun) et exerc(itus) Pctnn(oniae) inferior(is) et superior(is)ó3 vorkommt. Auf einer in Bölcske _sefundenen TernpelbauinschriÍ t (Kat._ Nr.37) und durch ihn auf einer Dl(i)s Deabusq(Lte) Cantp(estribus) dedizierte Altar (Kat. Nr. 27) wáhrend seines Stattlralteran-rts in Pannonia superior nannte er sich einfach co(n)s(uLaris). Er war der eirrzi-ee pannonische Statthalter, dessen irn inschriftfeld erschlieRbare s cognonrcn mit den Buchstaben CLt---] beginnt und der auf den Inschriften den Titel consularis führte. Akzeptieren wir diese Identifizierung, dann gehörte der Altar zu den von Statthaltern und Legionslegaten auÍ gestellten AItáren, die ursprün-elich den Nyntphis s(tcrunl in einem nahen beliebten Badeort 56Soz.B.R-Dl20l 5i ALt ÖLot 58 to l94l, 30_39; die wahrscheinlichste Lesung s.: EGGER Í 943.2l_28 VoRBECK 1980,68, Nr. 293 CIL Ill 31tt = 1062t = R - D 95; pAul-ovrcs 1949, 55-56 ut'Rlu 699 o' u2 ur RlU 1 138 vgl. KovÁcs 1999' 523-524 RIU l490 cIL vIII i97i = tLS I146 = tlAlg II 30 cIL vIII 7978 = ILS tt4i = tLAtsrr2g 265 LIBrli,l-I ARCHAEOLOCICI SER. NOV. i\o. Il dediziert wurden'6a Die Ergánzung der Palimpsestinschrift ist also folgendermaBen vorstellbar: [Nymphis / saaum? / Tib(etius) C| aud(ius)J / C]faudiaJn[usJ / ppf(n)s(ularis)J (Abb. 12). (Natürlich ist auch die Mö-slichkeit .s / Clt---]yts b. oder 6Í l /qp[s] ntcht auBer acht zu lassen'65; Wahrscheinlich wáhrend der Tetrarchie wurde im Amphitheater von Brigetio die Lánge des Sitzplatzes der Forenses (Bür_eer des Forunt Hadriani) mit XV pedes bestimmender Inschrift umgestaltet.6u Im 4. Jahrhundert hatte die Inschrift schon ihren Sinn verloren, und mit ihrer Neubeschriftung wurde der Sitzplatz einer angesehenen Witwe (vitlua), Dionysia, vorbehalten. Die 3l0 n. Chr. aufgestellte Grabinschrift tür den protector Valerius Pusintulus wurde auf eine zur Grabstele umgearbeiteten früheren Statuenbasis oder ins InschriftfeId eines Grabaltars eingemeiBelt.6T 4. Die letzten zvvei Drittel des 4. JahrhLtnderÍ s n. Chr. Die letzte, spáteste Gruppe dcr Steindenkmáler mit PalimpsestinschriÍ ten bilden die Inschriften aus den letzten beiden Dritteln des 4. Jahrhunderts n. Chr., vor allem Grabinschriften. Die in die Mitte des 4. Jahrhunderts zu datierende Grabinschrift für Flavius Dragilis ex p(rae)p(tlsitis) castris Const(antiis)' die von seiner Frau auf_eestellt wurde, befindet sich im InschriÍ tl'eld einer fl'üheren Grabstele.68 DieZetlen der spáteren Inschrift stehen quer Zu den gut erkennbaren Ze1len der tiüheren Grabinschrift. Nicht nur in einem Fa| l finden sich frühere heidnische Grabstelen mit christ| ichen Grabinschriften im Inschriftfeld.ó9 Die Inschriften über kaiserliche Bautátigkeiten im Militár- wie im Zivilbereich wurden in dieser Zeit - anders a| s wáhrend der Tetrarchie - nicht in sekundár verwendete Steindenkmáler eingemeiBelt.70 Ausnahmen bilden die Meilensteine, deren Inschrift sich oft auf früheren Meilensteinen findet.7I oJ L. Attius Macro 1e3. Áu3.: RIU 649 (Kisigmánd); L. Aurelius Gallus leg. Aug". RlU 709 (Neszmé ly); C. Iulius Cornnodus orfitianus leg. Aug' 7lr.2r.: RIU 753 (Pusztamarót bei Nyergesú jfalu)l L. EgInatius Victor /e&. Áa33.]: RIU 686 (Tata). Die Altáre werden aus diesem beliebten Heilbad (Kisigmánd?, Dunaalmás?) weggeschleppt worden sein: KÁDÁR l989' l050_l05l. o'Zum pannonischen Vorkommen von bene'| 'iciarius-Altí ren mit áhnlicher Textanordnung (t'os. in gesonderer Ze1| e attf Mitte gestellt) s z. B.: AE l994' l438 = MlnxovtÓ l994, Nr. 39 AE 1994' l439 = Mtnxov| C | 994, Nr.40; AE 1994, l44o = MIRKovIc l994' 4I: AE 1994, l456 = MlRKoVIÓ 1994, Nr. 57; AE 1994, l466 = MlRKovIÓ l994, Nr. 67; AE 1994. l410 = MtnrovIÓ 1994' Nr. 71 RlU 632; MÓcsY l977, 399 4o2', HARL_LóRINCZ 2002, 42_43' Nr. 48 ou 67 RIU l26l ó8 RIU 903; SoPRoNI t989, l l5, Nr. 7 6'HonvÁtg | 997, | 12 l13. Die mit der christlichen Formel bonae ntenulri.le (HoRVÁTH l997' ll0) beginnende Grabinschrift für den lnil(es) ducen(narius) Val(erius) Caianus wurde auf eine frí ihere MarmoÍ stele geschrieben, in deren Tympanon nachtrí iglich auch das Portrát des Verstorbenen eingemeiBelt wurde: RIU 237. CStR U ll'I3_'74, Nr. 73, Taf. 26 (Mosonszentjános). Mit derselben Formel beginnt auch die Grabinschrift dcr Aurelí a lustina in Savaria, die ebenfalls auf eine mit heidnischen Motiven verzierte frühere Kalkstein-Grabstele geschrieben wurde: RlU 79 = Steindenkmáler ll2, Nr. l38, Bild l2l, s. noch: GÁSPÁR 2002,124, Nr.5l II. d, fig.352. Die Dedikation D(is) M(anibus) der früheren Inschrift steht unterhalb der das Inschriftfeld einrahmenden Sáulen. to Siehe die in Marmor geschnittenen Bauinschriften, die den Kaisern der Constantinus-Dynastie zuzuschreiben sind: CIL | I| 4l2]l = AU 469i RIU 48 (Savaria) und die militárischen Bauinschriften aus der Zeit Valentinians l.: zusammenfassend über sie: soPRoNI l985, l07_l l2l soPRoNt l989, l03_l09, Nr. l_3, s. noch: GRÓF_GRÓH l998_l999' 103_l l6; GRÓFGRÓH 200l, l l7 (Visegrád, Lepence); CIL III l4358 (Carnuntum, Legionslager). = l0ól7 = | Ls 732 '' So lassen sich z. B. unter der Inschrift von 354 des Marmormeilensteins CIL III 3705(Iulianus) und vielleicht Buchstabenüberreste einer früheren Meilensteininschrift erkennen. Siehe weiter: ClL III l0ó48 noch Paulovrcs 1949,56, Anm. 3 266 Z S O l-T M R A Für die V: D IE P AI- i l\4 P S E S TIN S C Weiterverwendung früherer Steindenkmáler H l{ t f"'1' [1i\r ist in dieser Periode nicht mehr die WiederbeschriÍ tung, sondern der massenweise Einbau bei Militárbauten typisch. Damals stel1ten die verzierten und mit Inschriften versehenen Steindenkmáler aus fi'üheren Zeiten bereits nicht rnehr als eine leicht zugángliche Bauniateritrlquelle dar.72 t i \:, a J* ^ :i' ir: I i. J ,t!",.1:j.iI ' \" i:* , i , rr'.;r"'r:"'')I . .- { ', , '. ,l:-, ": 'illr \, r1 :: j 'lr i :) il { il ri."'. !,t : i-^ ' : I I ,l N ', I ri '1. Abb. 1. Palimpsestinschrift des Altars Kat Nr. l2 72 siehe z. B. folgende spátrömisclre Mi]iterbauten: Bölcske: cler Katalog von E. Tóth, J' Beszé cles und Zs. Mráv in diesem Band; Budapest-Március 15 té r: NAGY l950,359_380; Budapest' spátrörnische Festung der legio ]I Adiutrix: ERTEL 200l; Heté nypuszta: TÓTH l987_l988' 55; TÓTH l989,36; Pi1isszántó: MARÓTI l985' l59_l84; Tác: Enrgl l999; Visegrád-Gizella major: GnÓr_GRÓH_MRÁV 200l'2002,254_259. In alle diese Festungen wurden eine kleinere oder'gröBere Zal-rl frül-rerer verzierter und mit Inschrift versehener Steindenkmá]er eingebaut. 26',7 L]i]irLLI AiiCi{ A} :loL()cí CI SBR' Nov. No. ! _1l'i i tt) ll ,l )' :'' I "_ "b.3 . i: i: ii i.-t t { l]$í 'l:J rll. ;l .; t: /t ./l i: :.Í | ,' "'o ,L, riiji )il l; ri ,) t i.j .'í ;,t j/v,aiv'r i''4r-:,i.* F .r-tV,{ * 'i{ "' \4iffi fu 1* I] 'Keu&,.T* f,* w* * * Wf v S ffi ffi mffi'\/$ffi u { { -'-* ffi e-í '* 'ful f reilI:sfrjt-' ${ _.* fiV a'n$:,'-b\F\ne' '',''',',:, í 'í .''',"ii ;l} 'ili {* {# Tffi L "'g-ffi mfr J-'''' { ;.' { L ffi # ,f; ' ., Abb.2. Palimpsestinschrift des Altars Kat. Nr. l6 268 .. ''..j Z SO I,T iVl RAV: Di E P AL I N,I P S B S'II).{ S C H RI TJ'f ir l1 ^ 01 \r a N l\/l VT CL \r L I r ":fiAve 'I \ ) Abb.3. Die Palimpsestinschrift des von Flavius Aper r'. 7l. tl. v. 1l. tú r das .ra1l.r und die incoluntjÍ rt.s des Aurelianus errichteten 1 O. M. Teutdnus-Altars (Kat. Nr. 10) 269 LIBELLI AI{ CHAEOLOGICI Si:1R. l\iO\'. i{ o. ii l\/l T EVTANO T EVTANÜ iltO ^ SA[-Vli- E li lV lP E R,'u^ * llOR.IS iP eAESAFqll S IL,^ S E iP it" n N/ lS E:VIF: R-ll ^ lP [ i'EiljrTnN.J \\ a CL \\ L r { vt oAjV [ ,A'elS C."ile L",AVD CLAV DIAI{ VS r I'--EGAV , I G.PR{ PtrT ":fiAV Abb.4a-b Die erhaltenen Buchstabenfragmente der frú heren Inschrift des Altars Kat' Nr. 10 und die Textrekonstruktion 210 ]i Z So I-T ;-,":i:.,..,a. fur RÁ jt,': !.? ':t-1 ...: .-r,.,: v: ,,.! D {E .i,.,l:.r PA L I ]\4 P S [i s ]' IN S C l{ R.I r;T' EN ,r;.\,i ;: . lrl '| ' :i :-- ,'i, ':.\ ,':j ir \i;:i ',,':' ii-' ' .": ; " '' ":' ,-r-.:-i : t. 1 l]:l:i\'::r:-lf,j..l]1:..']l;* :Jl;::;| .i!,| :, i , ii1 r,,,i' :1,.--'' '1.'r ':', .; ;: :: ! i,' ri li ..,:; i,.r- .t ,1. j:, 1..., l'.',,,.,rr! ::: ,,,7,.,.) .,...i1 : Abb.5 Palimpsestinschrift des 271 n. Chr. ftir das Heil des Aurelianus errichteten L O. M. Teutanus-Altars (Kat. Nr. 11) 211 í -IBEl'I-I ARCHát:()l-sGiCt sI1R. i\jÜV. No. Í l ti,,n ,.:,e r( j\ \* ,, 'rl t \{ B- b-' ,u.r' 1r, il \ii.,,,11''r,.J: ,1-l i' lj '.l s l: .j S S } ., J . ,.1 li , ,, 'r", a: í !ii ', i \: -ii * lt -u' ;';-l ,rl,'":í ]// | c'" I **. "-.'-...._-_ I ^ -..' _.' abb.6. Palimpsestinschrift des anl l l. Juni 284 n. Chr. für das Heil von Carinus und Nunrerianus aufgestellten I. O. M. Teutan r.r-Altars (Kat. Nr. l3) 272 \\ ''-'Í ZSÜLT MRAV : DIE PAL]MPslrsTINSCHRIIrTF]N 1'T/.{ O l'ÜM \^ l '/ Ir '-t \ / | ^A \.1 \ \ / I í -* 'M'TEVTA Nf* TH IMID^ EAHSARN S 3} ' R''Ü^ S AL\u1 ltrr4i 'o'1ff F,:-' \ \ Eí ,í Á/ I I Abb.7a-b Die erhaltenen Buchstabenfragmente der früheren Inschrift des Altars Kat. Nr. 13 und die Textrekonstruktion 213 LIIIEI-LI ARCHAECLOGICI SRR. NOV. No. Il )l ii í ' :r :l'i. !'. :i.'n1: ' u tü.!/ li ll .. ' -* :: : 1 '! i ,t.-!: , ti \.... ;'::]"? 1' ?\ )i 1i11.:. /,! :1./ "^ ji \.],, \,, )"# "a' cií ?:. í "sí j''4 !1 il i' 1 i; .l; t0' Abb.8 Palimpsestinschlift des am 11. Juni 286 n. Chr. fiir das Heil Diocletians und Maximians errichteten I. O. M. Teutanas-Altars (Kat. Nr. 214 1.1) ZSOI-T (í -HRIF RAV: DIE PAI-I NlP S i]S 'í il{{ S( ,( /l \ I iJN I /\ \ I r- I e I I -./'\ Ií I L /t \' \ ( \ / I l,l l'1 'o 'M P'A T , \rr/ ALE IS jtx l; (_l v'l',4 ") NIT S^ OM V-s í ('^ , Vi tl ( LY N"{ Abb.9a-b Die erhaltenen Buchstabenfragmente der früheren Inschrift des Altars Kat. Nr' l4 und die Textrekonstruktion 215 t,lBIlLLf ARCIIABOLCGICt SER. i\OV. No. 1i r r.:: r-> t'-i,',^ ./. l: t1 r; l].. i: '!;' !,i 1, !i Abb. Palimpsestinschriften des am 1 1. 10. Juni 288 n. Chr. í ür das sala.s Diocletians und Maximians errichteten I. O. M. Tenruttas-AItars (Kat. Nr. l5) 276 Zs aLT h.,1 RÁ V : D I I] P AI- I N,{ Ps Es l' I N s C H RI FT EN l. -l I'il .4. '."1., " :...:. ::',. (: : .I-,F r\Ti 'l'i tt I f , /l I tt / i i. T I -' \. /r :...'j \ L '-a J r I I r rl \ "i .,...- I\J i t ?'r l ^l f' 1' L I l' Iu - Abb.11 Die erhaltenen Buchstabenfrasmente deÍ Palimnsestinschrift des Altars Kat. NÍ . l 5 und die Textrekonstruktion 277 í 'tI]EI'LI ARCHAEoI-OG]Ct StiR' NoV' No' Il V lt\ NII PHilS ri TIBÁCLND CLA\/DfANW COS Abb. 12. Rekor-rstruktion der Palirnsestinschrift des Aur. Ianuarius v. p. dux Altars aus Almásfüzitő 218 ZSoLT h{ RÁV: DlE PALIN,{ PSt]sTINSCHRIFTEN LITERATI]R ALFÖLDI 194l AlrÖloI l943 A' Alr'Ölot, Epigraphica IV. ArchÉ rt (1941) 30-39. 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